SoundMAGIC E11C im Test

Der SoundMAGIC E10 erfreut sich seit seiner Veröffentlichung in 2013 an hoher internationaler  Beliebtheit. Mit dem Erfolgskonzept, möglichst günstig qualitativ hochwertigen Klang zu bieten, hat der kleine In-Ear unzählige Preise abgeräumt und ist seit nunmehr über 5 Jahren ein Produkt, das gerne empfohlen wird.

Nun ist endlich ganz neu der lang ersehnte Nachfolger E11 da, der viele Verbesserungen zum gleichen Preis bietet. Wir schauen uns den SoundMAGIC E11C, also in der Ausführung mit Mikrofon und Steuerung, genauer an.

Verpackung und Zubehör

Ausgeliefert werden die Ohrhörer in einer kleinen und kompakten Schachtel, die sich sehr nüchtern präsentiert. Die Farbpalette ist zurückhaltend und kommt ohne aggressives Marketing aus. Die glänzende silberne Schrift und das Produktfoto mit Hochglanz sehen auf dem Karton sehr hochwertig aus. Produktinformationen sind multilingual – aber platzsparend – aufgedruckt. Achtet beim Neuerwerb auf das Echtheitssiegel!

Zum Lieferumfang gehört ein schwarzes Transport-Hardcase mit roter Umrandung, das bereits von anderen SoundMAGIC Inears bekannt ist. Die Silikonaufsätze kommen in drei verschiedenen Größen. Der Unterschied zwischen dem kleinsten und dem größten Tip ist dabei sehr beachtlich. Eine feinere Abstufung durch zusätzliche Tips hätte sicherlich nicht geschadet. Bei Verwendung von Fremdaufsätzen sollte man beachten, dass der Schallaustritt ähnlich weit wie bei den mitgelieferten Aufsätzen ist, sonst geht viel Information (besonders im unteren Hochton) verloren.

Verarbeitung und Design

Während der Vorgänger E10 hauptsächlich auf Plastik gesetzt hat, präsentiert sich der E11 komplett in Metall. Seriennummer, Produktbezeichnung und Firmenlogo sind auf der Oberfläche eingraviert. Das Zusammenspiel von matten und polierten Oberflächen entzückt im Detail. Nicht nur die Ohrhörer selber, sondern auch das Schutzgitter am Schallaustritt, die Steuereinheit mit Mikrofon, die Kabelaufteilung, und der Klinkenstecker sind aus Metall gefertigt. Der geriffelte Aluminiumabschluss am Stecker sieht besonders hochwertig aus.

Apropos Klinkenstecker, der ist nämlich weder rechtwinklig noch gerade. SoundMAGIC hat sich für einen Winkel von 60 Grad entschieden und das ist unserer Meinung nach eine super Idee gewesen. So ist der Stecker platzsparend, gefährdet durch Hebelwirkung nicht das Verbiegen des Kopfhörerausgangs am Abspielgerät, und trotzdem macht es sehr viel Spaß die 3,5mm-Klinke frontal in einen großen Verstärker zu stecken.

Das Kabel beeindruckt mit einer Silberbeschichtung auf der Kupferleitung, das für diese Preisklasse eine erfreuliche Ausnahme ist. Die geflochtenen Stränge sind durch einen transparenten Kunststoff sichtbar, der zusätzlichen Schutz bietet und verhindert, dass sich die einzelnen Leiter aus dem Geflecht befreien. Trotzdem ist das Kabel dünn und flexibel. Wenn man das Kabel nicht über die Ohren legt, ist leider mit etwas Mikrofonie (übertragene Stoßgeräusche) zu rechnen.

Insgesamt sieht der SoundMAGIC E11 einfach nur umwerfend chic aus. Er hinterlässt einen sehr reifen und erwachsen Eindruck, der besonders im Detail entzückt. Die entsättigte Farbgebung ist modern und lässt sich gut kombinieren. Ob schwarzer Businessanzug, braune Lederjacke oder blaue Regenjacke, den kleinen SoundMAGIC möchte man nicht nur dabei haben, sondern auch zeigen!

Isolation und Komfort

Unter dem Silikonaufsatz und neben dem Kabelaustritt verstecken sich je ein kleines Luftventil, damit der dynamische Treiber geringeren Widerstand beim Schwingen hat. So ist es leider nicht möglich, sich dem Umgebungslärm komplett zu entziehen, selbst wenn man zugekaufte Schaumstoffaufsätze anbringen möchte. Das heißt nicht, dass der kleine SoundMAGIC keine Geräusche blockieren kann, aber eben auch „nur“ durchschnittlich gut.

Dafür ist der E11 durch seine im Vergleich zum E10 verkleinerte Bauform sehr bequem zu tragen. Das symmetrische Design erlaubt es das Kabel gleichermaßen nach unten zu tragen oder übers Ohr zu legen. Leider kann man beim E11 ohne C nicht erfühlen, ob man das linke oder rechte Ohrstück in der Hand hält. Man muss also nachts das Licht anknipsen und auf die seitliche Gravur achten.

Kompatibilität

Der SoundMAGIC E11 lässt sich an jedem gewöhnlichen Gerät mit 3,5mm-Klinkenanschluss verwenden. Dabei zeigt er sich erfreulich unkompliziert. Auch Geräte die ein leichtes Grundrauschen haben (z.B. Nintendo Switch) zeigen dies bei Verwendung mit dem E11 nicht. 

Die Pinbelegung vom TRRS beim E11C ist intelligent und kommt sowohl mit dem CITA-Standard, der auch von Apple verwendet wird, als auch mit dem OMTP-Standard vieler Android-Geräte aus. So ist die Kompatibilität des Mikrofons und der Lautstärkeregelung mit fast allen Smartphones (oder ihren Adaptern) kompatibel. Eine enttäuschende Ausnahme ist bei manchen Sony Xperia Geräten zu bemerken, die sich bei der Lautstärkeregelung eine eigene Signalübertragung ausgedacht haben und somit nicht voll kompatibel sind.

Sound

Feintuning

Die Magie vom Klang kommt beim SoundMAGIC E11 durch die gelungene Abstimmung des 10mm großen dynamischen Treibers. Der E11 nimmt sich die Erfahrung vom E10 zu Eigen, die Hifi-Ansprüche von erfahrenen Benutzern mit unaufdringlichen und wohltuenden Klängen für den alltäglichen Gebrauch gekonnt die Waage zu halten. Konkret heißt das, dass E11 und E11C leicht warm und natürlich klingen.

Bass

Der Bass ist zweifelsohne angehoben, kippt seine Verstärkung aber zunehmend zum unteren Ende. Dadurch entsteht ein sehr natürlicher und vor allem dynamischer Bass, der bei elektronischen Beats im Tiefbass mehr auffällt, als bei Streichern auf Jazz- oder Klassikaufnahmen. Sehr druckvoll wird es bei Film-Soundtracks. In Einzelfällen kann die Übersicht durch den Bassdruck etwas leiden, doch meistens gibt der Treiber genau den richtigen physischen Antrieb um der Musik etwas Pep und packende Dynamik zu verleihen. Quantität außer Acht gelassen, spielt der Treiber extrem fest mit extrem niedrigen Verzerrungen.

Mitten

Auch die unteren Mitten sind im Vergleich zu einer nüchternen Studio-Abstimmung im Pegel noch leicht abgesenkt. Dadurch wirken Stimmen etwas voluminöser und plastischer als bei einer analytischen Referenz. Allerdings ist der Übergang von Bass zu Mitten so homogen, dass dies nach einer kurzen Eingewöhnung nicht mehr auffällt. Nach ein paar Spielminuten klingt alles einfach nur noch richtig – und vor allem richtig gut. Uns hat besonders die nicht gekünstelte Auflösung gefallen, die bei Aufnahmen auch kleine Details aufdeckt, wie das Schlucken oder Atmen nah am Mikrofon, ohne dass solche Geräusche überbetont werden.

Höhen

Der Hochton bis weit über 15 kHz hinweg ist stets präsent ohne Töne in den Vordergrund zu drängen. Die oberen Frequenzen führen die leicht warme Signatur fort, lassen dabei aber keine Details vermissen, da sie genug Gleichgewicht zum Bass bieten können. Scharfe S-Laute bleiben komplett aus. Insgesamt ist die Abstimmung im Hochton ausgeglichen, jedoch muss jeder Anwender eventuell selber etwas mit dem Sitz und den verwendeten Aufsätzen experimentieren, um die maximale Transparenz zu erhalten.

Raumklang

Der SoundMAGIC E11 spannt eine angenehme Bühne auf, bei der Stimmen auch intim spielen können. Becken und hochfrequente Instrumente sind räumlich etwas weiter im Hintergrund, werden aber nicht überdeckt.

Siehe auch unseren Großvergleich zwischen E11, E10, E50 und E80

Fazit

Für den aufgerufenen Preis ist das Gebotene mehr als beeindruckend. Beim Lieferumfang wurde zwar etwas gespart, aber dafür überzeugt die Verarbeitung auf ganzer Linie. Der Sound ist zwar nicht revolutionär, doch SoundMAGIC drückt das Preis/Leistungs-Verhältnis noch weiter nach unten als je zuvor. Hier spielt der Hersteller mal so richtig mit den Muskeln und bietet für den Preis gekonnte Abstimmung, unerhörte Kanalgleichheit, geringen Klirr und weitreichende Frequenzabdeckung. Mehr Klang zu dem Preis geht nicht!

Der SoundMAGIC E11C ist über diesen Link erhältlich

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