Das Beste von Campfire: Der Solaris

Campfire Audio

2006 hat Ken Ball ALO Audio im Nordwesten der USA gegründet. Seit 2015 hat er seine Expertise von Kopfhörerverstärker und Kabel auf Inear-Kopfhörer erweitert und erfreut sich seitdem an hoher Beliebtheit für die Marke Campfire Audio. Den großen Erfolg brachte der Andromeda, der bis heute zu einer der stärksten Referenzen unter den Inears gilt.

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Der Solaris

Namensgebung

Der Solaris soll sich als das neue Vorzeigewunder der Marke Campfire behaupten. Dabei greift das neue Modell nicht nur nach den Sternen, sondern benennt sich auch danach. Campfire setzt die konsequente Namensgebung der Produkte nach astrologischen Sonnen- und Sternensystemen mit dem Solaris fort und orientiert sich beim jüngsten Modell an die Sonne. Für den größten aller Sterne sind die Erwartungen hoch, doch um den Solaris kreist die Erfahrung aller vorherigen Modelle zu einer vollendeten Galaxie.

Technik

Der Campfire Solaris ist ein Hybrid-Gebilde und setzt sich aus verschiedenen Treibern zusammen. Das Grundgerüst bildet der 10mm große dynamische Treiber vom Campfire Atlas. Dieses Mal ist der ADLC-Treiber, der aus einem speziellen Carbon gefertigt ist das gewisse Eigenschaften mit Diamanten teilt, jedoch gezügelter und bleibt in seiner Wucht unauffälliger. Die zwei TAEC-Doppelhochtöner übernimmt der Solaris vom Campfire Andromeda. Dank der Erweiterung um einen weiteren Mittentreiber, bietet der Hochton dieses Mal noch mehr Reichweite. Der akustische Raum im Solaris ist genau aufs exklusive Hybrid-Design ausgelegt und bietet in der Zusammensetzung das ‚Best Of‘ des Herstellers.

Vollendung in Handarbeit

Mit dem Solaris legt Campfire dick auf. Nichts wäre der Sonne würdiger als eine Abdeckung aus 24 Karat Gold. Und deswegen hat Campfire dem Spitzenmodell genau jene Faceplate spendiert. Der Rest vom Gehäuse ist aus Metall gefertigt und erinnert mit der welligen Form an die Rotationen von Sternen. Wie vom Klang gefesselt, umkreisen diese den Schallaustritt, die von der Form einem Gravitationsloch ähnelt.

Das Mehr an Technik beansprucht jedoch auch etwas Platz. So fällt der Solaris im Vergleich zu den meisten IEMs etwas größer aus und ragt auch weiter hinaus. Für den sicheren Halt sorgt jedoch die Trageweise mit dem Kabel über dem Ohr, die mit einem Draht verstärkt wird. Sitzt der Solaris erstmal tief im Ohr, wird auch der Umgebungslärm gut gedämpft.

Sound

Natürlich, groß und kräftig – so klingt der Solaris. Die Frequenzen sind gut ausgewogen, bieten jedoch auch ein festes Fundament. Stimmen und Gitarren arbeiten sich sauber differenziert nach vorne. Dabei reicht der Hochton extrem weit und beeindruckt mit einer leicht hellen Verfärbung.

Bass

Der Bass, der vom verzerrungsarmen dynamischen Treiber des Atlas kommt, macht im Solaris fast eine noch bessere Figur. Der Pegel ist hier wesentlich gedrosselt und platziert sich quantitativ sogar unterhalb des Andromeda (S). Informationen fehlen deshalb zwar keine, doch wer es gerne besonders grobdynamisch hat, dem ist die Abstimmung in den unteren Frequenzen eventuell zu erwachsen. Die Charakteristik eines dynamischen Wandlers ist ansonsten nicht von der Hand zu weisen. Bassnoten klingen voluminös und plastisch. Auch eine oft typische leichte Wärme durch Verlagerung zum Mid-Bass ist vorhanden.

Mitten

In den Mitten spielt der Solaris erfreulich linear. Es ist nur eine leichte Wärme zu verspüren, die aber das gesamte Klangbild etwas angenehmer färbt. Scharfe Töne werden durch eine leichte Absenkung in den oberen Mitten entschärft und laden so auch zu hohen Lautstärken ein.

Höhen

Von der leichten Absenkung in den oberen Mitten ausgehend, verzichtet der Solaris auf schmalbandige Über- oder Unterbetonungen und zieht konstant bis zu sehr beeindruckenden 14 kHz an. Der selten starke Superhochton sorgt für kleine Wow-Erlebnisse in den Details ohne dabei scharf zu klingen. Außerdem wird so der Eindruck von einem freien Raum verstärkt. Aus technischer Sicht ist das allemal beeindruckend.

Raumklang und Bühne

Der Campfire Solaris schafft es einen großen Raum aufzubauen. Die Stereobühne wird weit gespannt und die saubere Staffelung der Instrumente bildet eine gute Tiefe. Auch wenn die Mitten im Vergleich zu anderen populären Campfire Modellen etwas neutraler abgestimmt sind, wahren sie eine angenehme Distanz. Stimmen sind sehr gut differenziert und stehen räumlich frei. Die dreidimensionale Abbildung der Rauminformation von Stereoaufnahmen gehört zweifelsohne zu einer der Stärken des Solaris. Hier taucht man gerne ab und geht schnell in der Musik verloren.

Empfindlichkeit

Bei Campfire entwickelt man seine Produkte gerne so, dass sie schnell hohe Lautstärken erreichen. Wer denkt, dass damit die Ansprüche an den Verstärker gering bleiben, vertut sich aber. Der Solaris wird zwar sehr schnell sehr laut, doch er ist auch besonders empfänglich für Rauschen. Ist die Audiokette nicht optimiert, entlarvt der Solaris jegliche Schwachstelle. Wir haben den Solaris an verschiedenen Geräten getestet und teilen unsere Erfahrung.

Quellgeräte

Am Apple Lightning auf 3,5‑mm-Kopfhöreranschluss Adapter passieren keine groben Fehler. Allerdings kann sich der Campfire Solaris nicht völlig entfalten und er klingt bei anspruchsvollen Aufnahmen etwas zu eng und kratzig. Ein kleiner DAP, wie z.B. der Shanling M0, klingt im Vergleich schon sauberer. Erst im Vergleich zu noch hochwertigeren Geräten erscheint letzterer etwas matt. Am Chord Mojo gewinnt vor allem die Rhythmussektion noch mal an Leben und Präzision. Es kommt wesentlich mehr Freude auf. Am Chord Hugo 2 findet der Solaris dann fast seinen idealen Spielgefährten. Der aufgespannte Raum wächst und der Hochton klingt wunderbar neutral ohne jegliche Schärfe. Allerdings hat der Hugo 2 so viel Power, dass der empfindliche Solaris sein Grundrauschen aufdeckt. Es empfiehlt sich die Kette um einen iFi iEMatch zu erweitern.

Ohne jegliche Einschränkungen kann sich der Campfire Solaris am IEM-Ausgang des RME ADI-2 DAC befreien. Der Klang ist in dieser Kombination sensationell fest und reicht tief. Der schwarze Hintergrund kommt hier auffällig besser zur Geltung als an jedem anderen getesteten Gerät. Dazu entfaltet sich der Hochton präsent, fest und transparent.

Der beste stationäre Wandler und Verstärker für sensible Kopfhörer: Der RME ADI-2 DAC

Fazit

Der Campfire Solaris ist ein echter Stern im Head-Fi-Himmel! Er ist nicht nur sensationell verarbeitet und sieht gut aus, sondern er spielt vor allem musikalisch ausgewogen. Dabei sorgt er für einen sehr hohen Mitwippfaktor und schafft es dank der sehr hohen Auflösung sich als einen der besten High-End Hörer zu behaupten.

Auf Headtek.de könnt ihr den Campfire Solaris erwerben, Anfragen stellen oder euch beraten lassen.

Ein Kommentar

  1. Hi Klaus,
    ich höre und genieße gerade die Solaris und lese dabei dein Bericht. Ich gebe dir absolut recht und
    möchte so weit gehen, dass diese beiden Schmuckstücke so ziemlich das beste sind was meine Ohren bis jetzt zu hören bekommen haben.

    Danke für dein Review und den Tip zum RME Wandler. Bin gespannt was da noch geht.

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