Testbericht: Final Audio B1, B2, B3

Willkommen zum Testbericht der neuen Final Audio B-Serie. Mit den B1, B2 und B3 haben die Japaner optische Meisterwerke geschaffen, die auch technisch überzeugen. Wie von der Marke gewohnt, überzeugen die IEM mit sanften und relaxten Tönen, die dazu einladen sich in der Musik zu verlieren.

Hier geht es zur offiziellen Homepage von Final Audio.

Testbericht Final B-Serie

Eigene Herstellung

Wir von Headtek sind sehr stolz darauf die Produkte von Final in unserem Store zu führen. Wie SoundMAGIC auch, ist S’NEXT Co. Ltd. (der offizielle Firmenname der Marke Final) Hersteller seiner eigenen Bauteile. Somit sorgen sie besonders im günstigeren Preisbereichen für verblüffende Klangqualität, was sich bei konkurrierenden OEM-Produkten nicht ohne Weiteres umsetzen lässt.

Final A8000

Das Team von Final hat mit dem A8000 kürzlich erst einen der beeindruckendsten Ohrhörer überhaupt geschaffen. Jude Mansilla, Gründer von Head-Fi.org, sagt dazu: „The Final A8000 also has what may be the very lowest total harmonic distortion we’ve ever measured from a headphone, whether in-ear or over-ear.“ Damit hat die B-Serie extrem beeindruckende Verwandtschaft und möchte das Know-How vom A8000 auch im günstigeren Preissegment präsentieren.

Übersicht der B-Modelle

Final B2Final B3Final B1
UVP289 €479 €679 €
Material (Farbe)Edelstahl (Gunmetal)Edelstahl (Frost Silver)Edelstahl (Rose Gold)
TreiberBreitband-BA2x BA1x DD, 1x BA
Empfindlichkeit109 db102 dB94 dB
Impedanz41 Ohm19 Ohm13 Ohm
Kabel1,2m OFC1,2m SPC1,2m SPC
Gewicht32 Gramm36 Gramm36 Gramm

Final sieht weiterhin davon ab besonders empfindliche Ohrhörer zu bauen. Zwar erreicht der B2 relativ schnell hohe Lautstärken, doch Grundrauschen vom Verstärker sollte nur in schlimmen Fällen zu hören sein. Dadurch ist die B-Serie (wie auch die E-Serie) sehr gut mit verschiedenen Abspielgeräten kombinierbar. Es empfiehlt sich also auf jeden Fall einen qualitativ hochwertigen Player zu verwenden oder seine mobile Lösung um einen Chord Mojo zu erweitern.

Final B1 Chord Hugo
Final B1 am Chord Hugo 2

Verarbeitung

Alle drei Modelle setzen auf ein Gehäuse aus Edelstahl. Sie fallen mit einer markanten Geometrie auf, doch sind insgesamt erfreulicherweise relativ ergonomisch geformt. Die Verarbeitung dabei ist absolut tadellos. Es gibt keine Toleranzen oder Verschiebungen der Bauteile – alles wirkt wie aus einem Guss.

Druckausgleich

Obwohl der B2 und der B3 nur in sich geschlossene Balanced Armature-Treiber verwenden, hat Final in allen Gehäusen ein Druckausgleichsventil verbaut. Dies hilft enorm aufbauenden Druck zu verringern und Ermüdung vorzubeugen. Das System ist zwar nicht so komplex wie apex von 64 Audio, doch es ist schön zu sehen, dass man sich bei S’NEXT Gedanken über diese Problematik gemacht hat. Die Isolation leidet nur geringfügig darunter und auch im Straßenverkehr muss man die Lautstärke nicht zu stark anheben.

Design

Der Final B2 wirkt durch das Gunmetal am markantesten. In Silber sieht der B3 schon sehr edel aus, doch der B1 wird im Rose Gold zum absoluten Hingucker. Zwar könnte Mann behaupten die Farbe sei etwas mutig gewählt, doch gerade im Ohr wirkt der warme Ton unauffällig und setzt lediglich dezent Akzente. Das Rose Gold harmoniert bei mir persönlich extrem gut mit meinem Ehering, so dass ich den B1 als zweites Schmuckstück akzeptieren kann. Die optische Gestaltung sollte jedoch nicht kaufentscheidend sein.

Kabel

Final B3 MMCX

Der B2 verwendet das schwarze austauschbare Kabel des E4000. B3 und B1 greifen hingegen auf das Silberkabel vom E5000 zurück und gewinnen dadurch an audiophile Bonus-Punkte. MMCX-Steckverbindungen sind tendenziell etwas anfällig, doch hier macht sich die lange Erfahrung und hohe Fertigungsqualität der Japaner bemerkbar. Die Stecker sind extrem robust und schnappen fest ein. Der Austausch ist daher nicht so einfach, sollte jedoch auch nur in Ausnahmen erfolgen müssen.

Crosstalk

Sehr löblich ist auch die getrennt geführte Masseleitung in den Kabeln. So verhindert Final Übersprechung („Crosstalk“) bei unsymmetrischer Leitung was zu einer größeren Stereobühne und mehr Auflösung führt. Ein besseres Klangerlebnis ist bei einem Umstieg auf z.B. Balanced 2,5mm bei gleicher Verstärkerleistung dadurch nicht unbedingt zu erwarten.

Komfort

Durch die Kabelführung über das Ohr sorgt die B-Serie für viel Halt und verringerte Mikrofonie. Die Gehäuse wirken besonders im Vergleich zur F-Serie (vgl. bspw. F3100) sehr mächtig. Die ergonomische Form sollte genug Platz in den meisten Ohrmuscheln finden. Es kann unter Umständen sein, dass das Gehäuse das Außenohr berührt. Obwohl die Oberfläche scharf aussieht, sind alle Kanten abgerundet. Im Winter kann Edelstahl die kalte Temperatur jedoch etwas besser speichern, so dass kleinere Ohren das Gehäuse eventuell als etwas unangenehm empfinden können.

Ohrpassstücke

Die Final E-Type Ear Tips gelten schon längst als einer der bequemsten Ohrpassstücke auf dem Markt und werden dadurch auch gerne von anderen Herstellern, wie z.B. Campfire Audio, verwendet. Das rutschfeste und zugleich weiche Material gehört zum bequemsten das es gibt. Den Hörern liegen je 5 Größen bei, so dass jeder Anwender eine gute Abdichtung und einen bequemen Sitz erzielen sollte. Der Einfluss auf den Klang wird leider zu oft unterschätzt. Denn nur mit einem festen Sitz lassen sich alle Frequenzen korrekt an das Trommelfell übertragen.

Klang

Bis hierher haben sich die Modelle B2, B3 und B1 viele Eigenschaften geteilt. Beim Klang unterscheiden sie sich jedoch. Daher teile ich diesen Bereich auf und betrachte die einzelnen Modelle getrennt. Ich sortiere sie preislich aufsteigend und beginne mit dem günstigsten Modell.

Final B2

Final B2

Die Beschreibung „typisch BA“ würde dem B2 nicht ganz gerecht werden. Es sind dennoch klangliche Charakteristiken auf die verwendete Technik zurückzuführen. So klingt der Final B2 ziemlich neutral und ausgewogen. Ein Vergleich zum InEar StageDiver SD2 wäre also nicht völlig fehl am Platz. Im Vergleich zum leicht günstigeren Final F4100, der ebenfalls nur einen Balanced Armature verwendet, präsentiert der B2 ein wesentlich kohärenteres Klangbild und mehr Finesse in der Feinabstimmung.

Bass

In den tiefen Registern fehlt es dem B2 an etwas Reichweite um imposanten Druck aus dem Tiefbass aufbauen zu können. Stattdessen ist er im Rhythmus agil und schnellfüßig. Der B2 klingt erfreulicherweise nicht so hart oder rau wie man es von vielen ähnlichen Modellen kennt. Die Textur ist vorhanden, sticht jedoch nicht aus dem Gesamten hervor.

Mittelton

Im Mittelton setzt Final beim B2 auf Linearität. Eine leichte Senke um 1 kHz sorgt für mehr Abstand in der Ortung und hilft eine größere Bühne aufzuziehen. Dadurch wirkt der Hörer nochmal entspannter und eignet sich besonders für modernen Content, wie z.B. YouTube oder Videospiele.

Hochton

Die Herausforderung die typischen Resonanzen eines BA-Treibers in den Griff zu bekommen sind beim B2 überhaupt nicht zu erahnen. Der Hochton rollt sanft ab und verzichten auf sämtliche Über- und Unterbetonungen. Die hohen Frequenzen sind außerordentlich gut gelungen. Dennoch zeigt sich die Limitierung eines einzelnen BAs. Der Pegel rollt etwas verfrüht ab, was für mehr Sanftheit im Klangbild sorgt, aber auch Spritzigkeit und Biss vermissen lässt.

Final B3

Final B3 Wave

Mit zwei BA-Treibern bietet der Final B3 direkt auffällig mehr Information an beiden Enden des Musikspektrums als der B1. Der Mittelton tritt dadurch einen Schritt zurück und erlaubt der Musik mehr Dynamik was auch für eine gute Stereobühne sorgt. Die Balance zwischen Tief- und Hochton ist so gewählt, dass der B3 erfreulicherweise nicht verfärbt klingt.

Bass

Im Vergleich zum B2 merkt man direkt, dass sich die zwei Treiber des B3 die Arbeit teilen. Der B3 gewinnt an Geschwindigkeit und sorgt für mehr Dynamik im Bass. Die Textur beeindruckt mit mehr Auflösung und Details, so dass bereits alle Genres von Elektro bis Klassik Spaß machen. Dennoch bleibt Final auch hier seiner Linie treu und drängt sich auch im Tiefton nicht mit Auffälligkeiten auf.

Mittelton

Obwohl sich Stimmen ein wenig nach hinten platzieren, klingen sie dennoch akkurat und realistisch. Final beeindruckt mit der gesamten E- und auch B-Serie mit Feintuning auf höchstem Niveau. Der Mittelton trägt die Emotionen Final arbeitet diese gekonnt heraus.

Hochton

Der Übergang von den oberen Mitten in den Hochton is fantastisch und zeichnet mit einem homogenen Klangbild feinste Details heraus. Von alleine springen einen jedoch keine Details an. Diese entfalten sich erst mit der Aufmerksamkeit des Anwenders, so dass der B3 zum Träumen und Abtauchen in die Musik einlädt. Der zweite BA-Treiber macht sich übrigens im Superhochton stark bemerkbar und sorgt auch bei 15 kHz für viel Pegel, so dass kleine Artefakte von verlustbehafteter Musik tatsächlich auffallen können.

Final B1

Final B1 Rose Gold

Bei dem teuersten Hörer der Serie setzt Final auf hohe Dynamik und viel Headroom. Wem der B3 tendenziell gefällt, doch etwas mehr an Makrodynamik und Energie wünscht, der findet hier womöglich genau wonach er sucht.

Bass

Im Tiefton werkelt ein dynamischer Treiber der für einen bauchigen und voluminösen Bass sorgt. Punch kommt definitiv nicht zu kurz, doch auch im Tiefbass zeigt sich der dynamische Treibe als sehr fest. Dröhnen oder stehende Wellen sind hier nicht zu erwarten. An einem potenten Abspielgerät, wie z.B. dem RME ADI-2 DAC oder Chord Hugo 2, zeigt der Tiefton kleinste Details auf.

Mittelton

Stimmen leiden nicht unter der dynamischen Abstimmung. Auch wenn sie sich noch etwas distanzierter zeigen, überzeugen sie mit hoher Auflösung und beeindrucken mit kleinen Details. Sie sind etwas weniger warm als beim B3, klingen aber fast noch plastischer und überzeugender.

Hochton

In den oberen Frequenzen dreht der B1 erst so richtig auf. Der Treble ist samtweich und detailliert. Scharfe S-Laute bleiben aus. Der weitreichende Hochton hilft immens um eine weite Bühne zu zaubern. Hier zeigt der B1 seine volle Stärke.

Fazit

Final B-Serie

Die neue Serie von Final überzeugt durch gekonntes Know-How. Das imposante Gehäuse weckt Neugier, doch im Sound überzeugen B2, B3 und B1 vor allem mit Nuancen und Finesse. Keines der Modelle erlaubt sich einen Faux-Pas oder eine technische Schwäche. Dennoch ist die qualitative Staffelung unter den Modellen herauszuhören. Jede aufsteigende Version gewinnt vor allem an Dynamik und Emotion. Zu keinem Zeitpunkt lenkt auch nur einer der Hörer durch eine eigene Charakteristik von der Musik ab. Diese Bescheidenheit macht die B-Serie zu einem wertvollen Bestandteil einer anspruchsvollen Audiokette.

Die Modelle sind in unserem Shop hier erhältlich: Final B2 | Final B3 | Final B1

Testbericht Final B-Serie

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Final B-Serie

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