CIEM: Vorteile und Nachteile einer 64 Audio Maßanfertigung

In diesem Beitrag möchte ich kurz auf die Vorteile und Nachteile einer Maßanfertigung eingehen. Ich berufe mich dabei auf eigene Erfahrung mit dem Hersteller 64 Audio. Diese nennt man CIEM. Dies ist eine Abkürzung aus dem Englischen für „Custom In-Ear Monitors“. Für 64 Audio spricht vor allem die Verwendung von „air pressure exchange„, das den Komfort immens verbessert. Auf der offiziellen Homepage wird die Technologie erklärt:

64 Audio apex

Wir haben hier eine Gesamtübersicht der 64 Audio Modelle. Es soll bei der richtigen Entscheidung helfen:

64 Audio Modelle

64 Audio Maßanfertigung

Vorteile

Perfekter Halt und bessere Abschirmung

Zwei immense Vorteile haben sogenannte Customs für die Bühnenmusiker: Sie haben perfekten Halt und bieten eine wesentlich bessere Abschirmung von Umgebungslärm. Heutzutage sind maßgefertigte In-Ear-Monitore daher nicht mehr aus dem Profi-Bereich wegzudenken. Doch natürlich sind diese Vorteile auch vom Normalanwender gerne geschätzt. Vor allem der unproblematische Sitz verhindert das ständige Nachjustieren, Experimentieren mit Aufsätzen und gelegentliche Zwicken im Ohr. Natürlich ist das dadurch hervorgerufene pure Rockstar-Feeling auch nicht zu verachten.

Klangverbesserung

Doch auch akustische Vorteile sind nennenswert. Durch die perfekte Abdichtung entweicht vor allem kein Tiefbass. Zudem achtet das audiophile Team von 64 Audio sehr darauf den Schallaustritt optimal auszulegen und gezielt vor das Trommelfell zu platzieren. Besonders der tia-Treiber entfaltet so sein ganzes Potential und reduziert Resonanzen im Mittel- und Hochtonbereich so gut wie nur irgendwie möglich.

Designoptionen

Schließlich ist jedoch jeder maßgefertigte Hörer nicht nur ein Unikat, sondern er kann nach Belieben gestaltet werden um so eine unvergleichbare Beziehung zum Besitzer aufzubauen. Ob ein Fotomotiv, Echtholz, gebürstetes Metall, Carbon oder eine auffällige Farbgebung – fast alles ist möglich.

Nachteile

Wartezeiten

Zu den Nachteilen zählen der marginal geringere Kostenaufwand, der für die Abdrucknahme der Ohren nötig ist. Eine Maßanfertigung kann leider auch erst nach Vertragsabschluss ausgeführt werden, so dass sich dadurch natürlich höhere Wartezeiten ergeben. Diese liegen erfahrungsgemäß bei etwa 3-4 Wochen, können durch einen kostenpflichtigen Eilauftrag jedoch auch auf unter 2 Wochen beschleunigt werden.

Geringes Risiko eines Refits

Rein theoretisch gibt es ein geringes Risiko eines unbequemen Sitzes. Sollten die Ohrhörer wider Erwarten nicht richtig sitzen, greift zwar eine dreimonatige Refit-Garantie, doch auch bei kostenlosem Ersatz wird leider Geduld erfragt. Selbst wenn der Hörer auf Anhieb perfekt sitzt, sollte man beachten, dass sich unsere Anatomie kontinuierlich verändert. Vor allem Ohren und Nasen hören nie auf zu wachsen, so dass auch der „perfekte Schuh“ nach ein paar Jahren seinen Halt verlieren kann. Je älter der Anwender, desto unwahrscheinlicher ist eine Nachbesserung auch nach vielen Jahren. Doch man kann sich nie sicher sein, dass – besonders bei starkem Gewichtsverlust – etwas nachgebessert werden muss.

Wiederverkaufswert

Als letzten nennenswerten Nachteil ist die Schwierigkeit eines Verkaufs zu berücksichtigen. Natürlich gibt es keinen Grund einen Hörer von 64 Audio wieder zu verkaufen, doch wer gerne in der Hifi-Szene Gebrauchtware erwirbt und wieder reinvestiert, der muss bei einem Custom mit erheblichem Wertverlust rechnen, da die zugeschnittene Passform mit höchster Wahrscheinlichkeit bei sonst keinem bequem sitzen wird.

Neutral

Einschränkung der Nachjustierung

Es gibt noch einen Unterschied, der sich nicht eindeutig dem Pro oder Contra zuordnen lässt. Und zwar ist dies eine Einschränkung der Nachjustierung des Ohrhörers, was teilweise mittelstarke klangliche Unterschiede hervorrufen kann. Ein universeller Hörer erlaubt viel Spielraum bei der Position und Ausrichtung des Schallaustritts. Dadurch lassen sich Resonanzen verschieben, bzw. die Tonalität effektiv verändern. Sich seiner subjektiven Präferenzen anzunähern klingt zwar toll, doch die Customs von 64 Audio sind so ausgelegt, dass Störeinflüsse auf ein Minimum reduziert werden, die mit einem Universal gar nicht zu erzielen sind. Dies macht sich vor allem bei dem tia-Treiber mit einem sanfteren Hochton bemerkbar.

Hier gehe ich genauer auf die Thematik des Sitzes ein.

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