FAQ – Häufige Fragen zum Gebrauch von Kopfhörern und IEM

Die naturgetreue Reproduktion vom Klang ist sehr komplex und auch die Verwendung von Kopfhörern beinhaltet eine umfangreiche Audiokette mit vielen Stufen. Oft ist das Resultat nicht unbedingt nachvollziehbar und man sucht den Fehler beim letzten Glied. Im Folgenden möchten wir helfen häufige Rückmeldungen von Verbrauchern einfach zu erklären.

Wartung

Die In-Ear-Kopfhörer sind auf einer Seite ganz leise geworden

Oft hat eine Lautstärkeveränderung keinen technischen Defekt als Ursache, sondern rührt von einer rein physikalischen Blockade am Schallaustritt. Sogenannte IEM (In Ear Monitors) werden in den Gehörgang eingesetzt und fallen somit in die Kategorie der Hygieneartikel. Wie bei allen Öffnungen des menschlichen Körpers, können auch aus dem Ohr Flüssigkeiten austreten. Zum korrekten Umgang mit Ohrenschmalz und zur generellen Ohrenpflege berät Sie Ihr HNO gerne.

Der Kontakt von Ohrhörern mit sogenannten Cerumen ist unausweichlich, sollte bei korrektem Umgang jedoch kein Problem sein. Bevor die Cerumen am Ohrhörer verhärten, sollten Sie mit einem trockenen Tuch abgewischt werden. Die regelmäßige Reinigung und Entfernung von Schmutz gehört zur normalen Wartung. Passstücke aus Silikon können nach Entfernen auch problemlos unter warmen Wasser gereinigt werden. Man sollte jedoch beachten, dass Aufsätze aus Schaumstoff Einwegartikel sind und nach Gebrauch entsorgt werden müssen.

Die meisten IEM haben zur Vorbeugung ein Schutzgitter oder austauschbare Filter um das Eindringen von Ohrenschmalz zu verhindern. Bei intensiver Verwendung ist eine besonders aufmerksame Reinigung zum Schutz der Technik jedoch unausweichlich.

Der Klang wird nicht korrekt übertragen

Sehr wahrscheinlich ist der Kontakt zwischen dem Stecker am Kopfhörerkabel und den Kontakten am Verstärker nicht korrekt hergestellt. Die häufigste Ursache hierfür ist Schmutz in der Kopfhörerbuchse, besonders wenn es sich beim Quellgerät um ein Smartphone handelt, das öfter in die Hosentasche wandert. Um diesen zu reinigen, empfehlen wir einen Tropfen Alkohol auf ein Wattestäbchen zu geben und die Kontakte damit abzuwischen. Wasser und chemische Substanzen außer Alkohol sollten vermieden werden.

Man sollte darauf achten, dass möglichst keine Staubpartikel an die Goldkontakte geraten, da ein Einstecken immer mit Reibung verbunden ist und dies die Abnutzung erheblich beschleunigt. Wenn man bemerkt, dass sich die goldene Farbe abreibt oder sogar Kratzer am Stecker zu vernehmen sind, dann ist dringend geraten die Kopfhörerbuchse zu reinigen und weiteren Verschleiß zu minimieren. Bei pfleglichem Umgang sind Klinkenstecker lange haltbar.

Kabel

Das Kopfhörerkabel überträgt laute Geräusche

Die meisten Kopfhörer und In-Ear-Ohrhörer bilden ein geschlossenes System, damit sie auch von der Umwelt abdichten können. Es ist völlig normal, dass sich Klopfer an dem System durch Vibration übertragen und das lässt sich prinzipiell auch nicht vermeiden. Die Alternative wären geöffnete oder komplett offene Systeme, die nicht den Ohrkanal abschließen, sodass Vibrationen vom Klopfen keinen Anschluss finden. Dafür können sie umgebende Geräusche nicht blockieren und stehen zusätzlich vor größeren akustischen Herausforderungen, die oft zu einem schlechteren Klang führen.Es gibt jedoch verschiedene Lösungen, um diesen Störfaktor zu minimieren:

a) Viele legen sich das Kabel unter das oberste Kleidungsstück. Dadurch schwingt das Kabel nicht frei rum, sondern liegt am Körper an.

b) Bühnenmusiker legen sich das Kabel über das Ohr. Das ist die normale Trageweise im Profi-Bereich und sorgt dafür, dass die Vibrationen von außen am Kabel über den Kontakt des Ohrs abgefangen werden. Diese Trageweise wird oft präferiert, da sie zusätzlich als Zugentlastung wirkt und der Ohrhörer nicht sofort aus dem Ohr springt, wenn man bei einer Bewegung am Kabel hängen bleibt.

Der Ton bricht ein- oder beidseitig ab

Im ungünstigsten Fall sind die Signalwege unterbrochen. Als Technikprodukt enthalten auch Audiokabel oft empfindliche Technik. Ein sogenannter Wackelkontakt am Kabel ist leider meist dem falschen Umgang zuzuschreiben, es sei denn der Fehler war ab Werk vorhanden. Wenn die Signalübertragung ein- oder beidseitig abbricht, während das Kabel gebogen wird, dann ist die Leitung an einer Stelle gebrochen. Leute gehen unterschiedlich mit ihren Produkten um und kein Material ist unzerstörbar. Aus diesem Grund schließen Hersteller für gewöhnlich das Kabel von der Garantie aus. Wer einen besonders resistenten Hörer benötigt, sollte darauf achten, dass das Kabel als besonders widerstandsfähig beworben wird, oder dass es sich um einen Sportkopfhörer handelt. Ansonsten sollte man Audiokabel nicht unnötig strapazieren.

Um einen Kabelbruch zu vermeiden, sollte man den Ohrhörer in die Handfläche legen und das Kabel vorsichtig um drei Finger wickeln, ohne dabei das Kabel zu strapazieren. Auf keinen Fall gehören Ohrhörer lose in die Hosentasche, sondern in das dafür vorgesehen Transport-Case.

Wir haben hierzu einen ausführlichen Beitrag verfasst, der mit der Handhabung helfen soll.

Mechanik

Der Ohrhörer knackst beim Einsetzen in den Ohrkanal

Bei manchen Ohrhörern kann es sein, dass beim Einsetzen ins Ohr ein Knackgeräusch entsteht. Dies ist ausschließlich bei geschlossenen Ohrkanalhörern mit dynamischem Treiber der Fall. Sobald der Ohrkanal abgedichtet ist, wird Luft in einem geschlossenen Raum gefangen. Wenn der Inear dann weiter ins Ohr geschoben wird, staut sich die Luft und es entsteht ein Überdruck. Die Luft sucht sich nun den geringsten Widerstand und drückt gegen den Schallwandler, was sich akustisch mit einem Knacks bemerkbar machen kann. Wenn das System nicht komplett geschlossen ist, kann die Luft über ein Ventil oder andere Öffnung entweichen. Die Lautstärke vom Geräusch hängt mit der Geschwindigkeit des Einsetzens, bzw. wie stark die Luft gestaut wird, zusammen. In den meisten Fällen hat dies jedoch keinerlei Auswirkung auf den Klang.

Der Kopfhörer oder das verbaute Mikrofon rauscht

Passive kabelgebundene Kopf- und Ohrhörer können nicht von sich aus rauschen. Wenn Sie selber Rauschen verursachen würden, hieße das, dass der Treiber von sich aus kontinuierlich schwingen würde, obwohl er aus komplett passiven Elementen besteht. Falls es hörbares Rauschen gibt, liegt dies wahrscheinlich am Verstärker vor dem Kopfhörerausgang. Ob und wie das hörbar ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Oft ist es so, dass je lauter ein Kopfhörer spielt, desto stärker das Rauschen von der Quelle wahrnehmbar ist. Das gleiche trifft auf Mikrofone am Headset zu.

Die Lautsprecher klingen nicht identisch

Natürlich kann ein technischer Defekt nie ausgeschlossen werden, doch gerade bei Ohrkanalhörern hat eine ungleiche Pegelwiedergabe oft andere Ursachen. Bei geschlossenen Systemen ist es so, dass der verwendete Kopf- oder Ohrhörer den Raum aufbaut. Der geschlossene Raum ist maßgeblich für den Klang mit entscheidend, da die Frequenzen innerhalb des Raums reflektiert werden. Wenn ein Inear nicht richtig sitzt, macht sich dies sofort mit einem schwächeren Bass bemerkbar. Auch die Wiedergabe der höheren Frequenzen hängt stark mit dem Winkel und der länge des Raums (wie tief ein Ohrkanalhörer eingesetzt wird) zusammen. Die Wahl der richtigen Aufsätze ist unausweichlich. Es empfiehlt sich immer mit dem Sitz zu experimentieren um das Leistungsmaximum zu entfalten.

Man sollte beachten, dass bei den allermeisten Menschen die Ohren nicht symmetrisch sind und sich dies je nach Anspruch des Anwenders auch bemerkbar macht. Trainierte Ohren können feine Nuancen wie unterschiedliche Tiefe und abweichende Winkel des Treibers heraushören. Oft hilft es verschieden große Aufsätze für links und rechts zu verwenden.

Bluetooth und Akku

Die Bluetooth- oder Akkuleistung hat merklich abgenommen

Wie bei jedem technischen Gerät – egal ob mechanisch oder elektrisch – ist bei regelmäßiger Nutzung ein Verschleiß unausweichlich. Auch ein Smartphone oder Laptop verliert nach täglicher Nutzung an Akkukapazität. Wie stark die Leistung abnimmt, hängt mit dem Nutzungsverhalten zusammen. Die meisten Bluetooth-Geräte haben Lithiumakkus verbaut, deren Kapazität bestenfalls nicht regelmäßig vor der Aufladung aufgebraucht werden sollte. Stattdessen profitieren jene Akkus von kurzen und häufigen Ladezyklen. Bei längerer Nichtverwendung sollte man den Akku weder entladet noch komplett aufgeladen hinterlassen.

Selbsterklärend wirken sich Stöße, hohe Temperaturen (z.B. durch direkte Sonneneinstrahlung), Feuchtigkeit (besonders Kontakt mit Schweiß) negativ auf die Leistung aus. Der Hersteller gibt deshalb meist keinen Gewährleistungsanspruch wegen Verschleiß.

Die Bluetooth-Übertragung ist zu schwach

Audioübertragung über Bluetooth ist theoretisch eine tolle Sache. Besonders im Messlabor hat sich die Bequemlichkeit einer kabellosen Übertragung mehrfach bestätigt. Allerdings gibt es im Alltag unendlich viele äußerliche Faktoren, die nicht kontrolliert werden können und eine solche Übertragung negativ beeinflussen. Im Idealfall sind zwischen Sender und Empfänger möglichst wenig Gegenstände, die Wellen abfangen oder manipulieren können. Im Winter kann eine dicke Jacke im Signalweg bereits einen Unterschied machen. Außerdem kann es zu Interferenzen mit benachbarten Bluetooth-Geräten und sogar Wlan-Netzwerken auf gleicher Senderfrequenz kommen, die eine Übertragung im schlimmsten Fall komplett aushebeln. Die angegebene Bluetooth-Version, wie z.B. 4.0, 4.1, 4.2 oder 5.0, soll einen ungefähren Anhaltspunkt über die Signalstärke geben, wobei hier das schwächste Glied von Empfänger und Sender entscheidend ist.